Lohnt sich ein Balkonkraftwerk?

Lohnt sich ein Balkonkraftwerk?

Immer mehr Menschen möchten einen positiven Beitrag zum Klimaschutz leisten, dabei am besten Geld sparen und zudem immer unabhängiger von Energiekonzernen werden.

Aus diesem Grund setzen viele bereits heute ein Balkonkraftwerk auf ihrem eigenen Balkon ein. Ob sich das lohnt, zeigt folgender Artikel.

 

 

Was ist ein Balkonkraftwerk?

Bereits seit vielen Jahren gibt es den Trend, eine Photovoltaik oder Solaranlage auf dem eigenen Hausdach zu installieren. Das Ziel davon ist, Energie unabhängig von Energieversorgern zu gewinnen. Hausbesitzer können somit ihren eigenen Strom mittels Sonnenenergie erzeugen und dadurch ihren ökologischen Fußabdruck verkleinern und bares Geld sparen.

Das Balkonkraftwerk ist das Pendant zur Solaranlage für normale Verbraucher, denn nicht jeder ist Besitzer einer eigenen Immobilie. So hat jeder – egal ob Eigentümer oder Mieter – die Möglichkeit der Stromerzeugung direkt auf dem Balkon.

Da die Anlagen weitaus kleiner als Photovoltaikanlagen sind, spricht man auch von „Mini PV-Anlagen“. Auch der Name „Plug-In PV-Anlage“ ist üblich. Generell bestehen solche Balkonkraftwerke aus einem bis vier Solarmodulen, sodass die Größe überschaubar bleibt.


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Wer auf dem Balkon keinen Platz hat oder diesen anderweitig nutzen möchte, hat auch die Möglichkeit, eine Mini PV-Anlage an der Hausfassade, im Garten oder auf dem Dach zu montieren.

Wenn Du Dir ein Balkonkraftwerk kaufen möchtest, wirst Du im Internet leicht fündig. Amazon bietet zum Beispiel ein 600 Watt Balkonkraftwerk von Solax mit Wandbefestigung und Aufständerung an, bei dem Du Dich über Handy,PC oder Tablet auf den Wechselrichter einloggen kannst und dort eine Übersicht zu Deinem Energieertrag bekommst.

 

Wie funktioniert ein Balkonkraftwerk?

Die Solarzellen werden meist mit entsprechenden Modulen zur Befestigung geliefert, also zum Beispiel Schienen für die Montage auf dem Dach oder sogenannte „Aufstellungen“ für den Garten.

Allerdings kann bei der Befestigung jeder selbst kreativ werden und dadurch ein wenig Geld sparen. Bei kleinen und leichten Balkonkraftwerken reichen auch schon Kabelbinder aus Edelstahl oder Industrie-Klettbänder.

Einmal ordnungsgemäß ausgerichtet und befestigt, nehmen die Solarmodule die einfallenden Sonnenstrahlen auf. Hinter den Modulen wird ein sogenannter Wechselrichter installiert, der den erzeugten Gleichstrom in Wechselstrom mit 230 V umwandelt und damit für den Haushalt nutzbar macht.

Den Wechselrichter kann man ebenfalls ganz einfach selbst montieren. Die nötigen Kabel mit Steckern sind in der Regel im Lieferumfang enthalten. Diese sollte man genauso verbinden, wie es die Installationsanleitung vorsieht. So ist eine Beauftragung eines Elektrikers nicht notwendig.

Am Ende steckt man das Kabel in die Steckdose und der Strom fließt „rückwarts“ in den Haushalt. Da Strom immer den Weg des geringsten Widerstands geht, verbrauchen alle Geräte im Haushalt zuerst diesen Strom. Erst wenn dieser nicht mehr fließt, wird wieder der normale Netzstrom herangezogen.

Solange also eigens erzeugter Strom in die Steckdose gelangt, dreht sich der hauseigene Stromzähler langsamer, da der Netzstromverbrauch reduziert ist.

Im folgenden Video wird das Prinzip noch einmal kurz erklärt:

 

Was ist besser: Balkonkraftwerk mit oder ohne Speicher?

Was ist besser: Balkonkraftwerk mit oder ohne Speicher?

Es gibt Balkonkraftwerke sowohl mit einem integrierten Energiespeicher als auch Modelle ohne. Ein Energiespeicher ist in der Lage, den Nutzungsgrad der Mini PV-Anlage zu maximieren.

Er ist vor allem deshalb praktisch, da der Solarstrom, der durch das Balkonkraftwerk produziert wird, nicht immer gleichzeitig genutzt wird.

Dann wird er ungewollt ins Netz eingespeist, ohne dass die Nutzer etwas davon haben. Selbst wer das Balkonkraftwerk nutzt, um einen Kühlschrank zu betreiben, muss bedenken, dass auch dieser phasenweise wenig bis gar keine Energie benötigt. Gibt es überschüssigen Strom, wird dieser in das öffentliche Stromnetz eingespeist.

Wer den produzierten Strom jedoch vollständig selbst nutzen möchte, kann ein Balkonkraftwerk mit Batteriespeicher wählen. Hier wird der Strom, welcher gerade nicht genutzt wird, in den Speicher geladen und nicht öffentlich eingespeist. So können die Nutzer zu einem späteren Zeitpunkt darauf zugreifen, zum Beispiel dann, wenn das Balkonkraftwerk aufgrund von Witterungsbedingungen oder nachts keinen Strom erzeugt.

Ob sich die Investition in einen Speicher im konkreten Fall lohnt, hängt allerdings von verschiedenen Faktoren ab. Zuallererst natürlich von der Frage, wie viel Strom Du mit Deinem Balkonkraftwerk überhaupt produzieren kannst.

Dazu kommen noch die Kosten des Speichers sowie dessen Lebensdauer. Schließlich sollte das Gerät ja mindestens so lange in Betrieb sein, bis der eingesparte Strom die Kosten wieder eingespielt hat.

Ob sich ein zusätzlicher Speicher wirklich für Dich lohnt, kannst Du also erst beurteilen, wenn Du selber nachrechnest. Eine kleine Hilfestellung leistet Dir dafür zum Beispiel der Unabhängigkeitsrechner der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin.

Hier kannst Du ein bisschen an den Reglern herumspielen, um eine Vorstellung davon zu bekommen, zu wie viel Prozent Du Deinen Energiebedarf unabhängig vom Netzstrom abdecken könntest und welche PV-Anlage und Speicherkapazitäten Du dafür benötigst.

Ein vergleichsweise gutes Preis-Leistungs-Verhältnis unter den Speichern für Balkonkraftwerken bekommst Du beispielsweise mit dem tragbaren EcoFlow RIVER mit 720Wh Kapazität. Den kannst Du innerhalb einer Stunde aufladen und unter anderem auch für Camping oder das Wohnmobil nutzen.

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Balkonkraftwerk: Was ist erlaubt?

Da die Nutzung von Solarenergie ökologisch sinnvoll ist, gibt es bei der Betreibung von Balkonkraftwerken kaum bürokratische Hürden. Bevor Du jedoch Dein Balkonkraftwerk zum Beispiel auf dem Dach oder der Hauswand befestigst, musst Du zumindest eine Genehmigung von Deinem Vermieter einholen.

Dafür sollte von der Anlage in erster Linie keine Gefahr ausgehen. Das zielt vor allem auf die Einhaltung von Brandschutzbestimmungen sowie die ordnungsgemäße und sichere Montage ab. Das schließt übrigens auch beim eventuellen Auszug den Rückbau ohne Beschädigung der Mietsache mit ein.

Sollte das Balkonkraftwerk auch optisch nicht stören, darf der Hauseigentümer die Genehmigung ohne triftigen Grund nicht ablehnen. So entschied das Amtsgericht in Stuttgart Anfang 2020.

Wenn Du die Genehmigung Deines Vermieters hast, musst Du Deine Solaranlage nur noch beim örtlichen Netzbetreiber (Formulare dazu meist auf deren Internetseite) und der Bundesnetzagentur anmelden.

 

Was bringt ein Balkonkraftwerk bei einem Stromausfall?

Was bringt ein Balkonkraftwerk bei einem Stromausfall?

Um diese Frage beantworten zu können, muss zunächst der Ursache für den Stromausfall auf den Grund gegangen werden. Meist handelt es sich bei einem Stromausfall um ein haus- oder wohnungsinternes Problem. Häufig fällt der Strom aufgrund eines Kurzschlusses aus oder wenn die Sicherungsautomaten ausgelöst wurden.

Balkonkraftwerke haben einen Mechanismus integriert, welcher verhindert, dass der Wechselrichter bei Stromausfall weiterhin Strom liefert. Er benötigt eine Netzfrequenz von 50 Hertz, damit er den Strom abgibt. Liegt diese nicht vor, so produziert die Mini PV-Anlage keinen Strom, da der Wechselrichter selbst nicht in der Lage ist, diese Frequenz zu erzeugen.

Das ist allerdings kein Mangel, sondern gesetzlich vorgeschrieben und dient vor allem der Sicherheit.

 

Meine Erfahrungen mit einem Balkonkraftwerk

Meine Erfahrungen mit einem Balkonkraftwerk

Um vollen Nutzen aus dem eigenen Balkonkraftwerk ziehen zu können, empfiehlt sich ein Modell inklusive Batteriespeicher. Nachteilig ist jedoch, dass diese oft teurer sind als Mini PV-Anlagen ohne Speicher.

Zwar kann man auf diese Weise vollumfänglich vom selbst produzierten Strom profitieren und bei der Stromrechnung maximal sparen. Doch nicht jeder Batteriespeicher lässt sich somit während seiner Lebenszeit refinanzieren. Es gilt also genau zu berechnen, wie Dein allgemeiner Stromverbrauch aussieht, wie viel Energie Dein Balkonkraftwerk im Schnitt erzeugen kann und wie groß Deine Speicherkapazitäten sind.

Alles in allem lohnt sich diese Form der Stromproduktion. Bei optimaler Ausrichtung kann ein Balkonkraftwerk Strommengen zwischen 20 und 70 kWh im Monat produzieren. Zwar sollten Nutzer nicht damit rechnen, dass der Großteil der hauseigenen Stromlast gedeckt wird. Doch vor allem als Ergänzung lohnen sich Mini PV-Anlagen, um zumindest einen Teil der ständig wachsenden Energiekosten zu sparen.

Wer viele Geräte im Stand-by betreibt und auch sonst viele elektronische Geräte nutzt, kommt monatlich häufig auf eine Stromlast von bis zu 300 kWh.

 

Fazit: Für wen lohnt sich ein Balkonkraftwerk?

Ein Balkonkraftwerk lohnt sich für jeden, der seinen eigenen Strom produzieren möchte und nicht die Möglichkeit auf eine eigene große Photovoltaikanlage hat.

Sowohl Mieter als auch Eigentümer können diese Form der Stromgewinnung verwenden, um Geld zu sparen und sich von Energieversorgern unabhängiger zu machen.

Allerdings lässt sich damit kein großer Teil der Stromlast abdecken, doch als Ergänzung lohnt sich eine solche Anlage allemal. Zwar benötigt man etwas Platz für eine Mini PV-Anlage, doch wer über einen Balkon oder Garten verfügt, kann ein Balkonkraftwerk problemlos betreiben.

 

Lohnt sich ein Balkonkraftwerk aus Deiner Sicht?

Deine Meinung ist uns wichtig, deshalb haben wir hier eine kleine Abstimmung eingebaut.

Außerdem würden wir uns natürlich über einen Kommentar freuen, vor allem wenn Du selbst schon Erfahrungen mit Balkonkraftwerken gemacht hast!


Lohnt sich ein Balkonkraftwerk?

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2 Kommentare zu Lohnt sich ein Balkonkraftwerk?

  1. Klaus P.
    15. Juni 2022 at 16:07 (4 Monaten ago)

    Hallo zusammen,

    ein klasse Artikel, sehr informativ.

    Ich hätte darüber hinaus noch zwei Fragen:

    1) Gibt es Balkonkraftwerke, die nicht angemeldet werden müssen?

    2) Funktioniert ein Balkonkraftwerk bei Stromausfall und lohnt sich ein Stromspeicher?

    Viele Grüße
    Klaus

    Antworten
    • Team
      18. Juli 2022 at 22:37 (3 Monaten ago)

      Hallo Klaus,

      sehr gerne! Anbei die Antworten auf beide Fragen:

      1) Laut Gesetz musst Du dein Balkonkraftwerk immer bei der Bundesnetzagentur und dem Netzbetreiber anmelden. Eine Ausnahme gibt es aber für die Anlagen, die nicht an das allgemeine Versorgungsnetz angeschlossen sind, also wenn der komplette Strom nur für das Haus benötigt wird. Das wird jedoch nur selten gemacht, zum Beispiel für Berghütten oder Ferienhäuser. Mehr Informationen dazu erhältst Du beispielsweise unter folgendem Link:
      https://www.verivox.de/photovoltaik/ratgeber/eine-pv-anlage-ohne-anmelDung-betreiben-ist-das-moeglich-1001086/

      2) Bei einem Stromausfall produziert auch das Balkonkraftwerk keinen Strom mehr. Das liegt daran, dass der Wechselrichter in dem Kraftwerk eine Netzfrequenz von 50 Hertz benötigt, um laufen zu können. Diese Frequenz wird vom Stromnetz geliefert und dementsprechend nicht mehr erreicht, wenn dieses zusammenbricht.

      Hast Du jedoch ein Balkonkraftwerk mit Speicher und Notstromversorgung, kannst Du trotz Stromausfall noch mit dessen Energie beliefert werden. In dieser Hinsicht lohnt sich dieser kleine Zusatz also, da Du so natürlich auch jede Menge sparst, wenn Du den Strom aus dem Speicher beziehst und nicht aus dem Versorgungsnetz. So ein Kraftwerk mit Speicher ist jedoch deutlich teurer, ob sich das lohnt, erfährst Du beispielsweise hier:
      https://www.homeandsmart.de/balkonkraftwerk-mit-speicher

      Viele Grüße
      Dein Was-Lohnt-Sich Team

      Antworten

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