Lohnt sich eine Solaranlage?

Lohnt sich eine Solaranlage

Gerade in Zeiten steigender Energiepreise wird Photovoltaik (Strom aus Sonnenlicht) heiß diskutiert. Geringere Förderungen, Strafzahlungen für Selbstnutzer und sinkende Preise bei den Herstellern. Lohnt sich eine Solaranlage auch noch ohne hohe Fördergelder vom Staat?

Wir finden es zusammen heraus. Dabei schauen wir uns sowohl die technische als auch die finanzielle Seite von Solaranlagen-Bewirtschaftung angesichts der aktuellen Strompreise an.


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Was sind Solaranlagen?

Unter die Definition „Solaranlagen“ fallen alle technischen Anlagen zur Umwandlung von Sonnenenergie. Dabei wird nach der Art der Umwandlung und der Energieform am Ende des Transformationsprozesses unterschieden.

So wandeln zum Beispiel Photovoltaikanlagen Sonnenenergie in elektrischen Strom um, während solarthermische Anlagen die Sonnenenergie mittels Flüssigkeitsträger in thermische Energie (also Wärme) transformieren.

Daneben gibt es weitere Umwandlungswege und Techniken, die vor allem für Großanlagen und Kraftwerke von Interesse sind. Rechtlich gesehen gibt es hier deutliche Unterschiede, denn nicht alle Techniken werden gleichermaßen oder überhaupt gefördert.

Wichtig: In diesem Beitrag konzentrieren wir uns ausschließlich auf Photovoltaik, denn die Solarthermie haben wir in einem separaten Beitrag schon ausführlich diskutiert.

 

 

Wirtschaftlichkeit von Solaranlagen angesichts der aktuellen Energiepreise

Lohnt sich eine Solaranlage

Die Energiepreise sind kräftig am schwanken, ohne dass sie den bestehenden Aufwärtstrend geschweige denn das aktuell hohe Niveau nachhaltig nach unten verlassen. Erklärt wird dies mit einer Vielzahl von Einflussfaktoren, sowohl politischer als auch wirtschaftlicher Natur.

Unabhängig davon, welche Gründe am Ende des Tages den entscheidenden Einfluss auf Energiepsreise nehmen, wissen wir alle, dass die fossilen Brennstoffe (Öl und Gas) knapp sind und deshalb eines Tages aufgebraucht sein werden. Keiner weiß nur, wann genau. 😉

Du fragst Dich sicherlich, was Öl- und Gaspreise mit Solaranlagen zu tun haben. Nun, in der Praxis werden für die Frage „in welchem Fall lohnt sich eine Solaranlage?“ sogenannte Amortisationspläne aufgestellt. Sie berechnen die Zeit in Jahren, die eine solche Anlage braucht, um die investierten Kosten wieder hereinzuspielen.

Für solche Amortisationsberechnungen werden in der Regel Preissteigerungen für Öl und Gas zugrunde gelegt, um so zu den prognostizierten Strompreisen zu gelangen. Und Strompreise bestimmen schließlich, was man ausgeben müsste, wenn man keine Photovoltaik-Anlage hätte. Das ist ein entscheidender Faktor für die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung von Photovoltaik.

 

 

Amortisation von Solaranlagen

In der Praxis werden bei Amortisationsdauerberechnungen häufig eine Preissteigerung für Öl und Gas zugrunde gelegt. Die vier- bis fünfstelligen Investitionskosten eines Photovoltaik-Projektes sollen je nach Anlage und Standort zwischen 10 bis 15 Jahre arbeiten, bis sie wieder erwirtschaftet wurden.

Doch wie lange halten Solaranlagen überhaupt? Im Durchschnitt geben die Hersteller eine Garantie für 25 Jahre, teilweise auch in Stufenform. Die Lebensdauer von Solaranlagen liegt in den meisten Fällen deutlich darüber, und zwar bei etwa 35 Jahre. Allerdings nimmt die Leistung der Module von Jahr zu Jahr ab – und damit auch die Effizienz der Stromumwandlung.

Je nach Hersteller werden allerdings Mindestleistungen garantiert. Legt man nun 10.000 Euro für die kompletten Kosten einer Solaranlage zu Grunde, erwirtschaftet sie im Schnitt etwa 500 Euro pro Jahr. Eine Totalbetrachtung zeigt bei einer Lebensdauer von 30 Jahren, dass unterm Strich nach Abzug der Investition etwa 5.000 Euro übrig bleiben – also in diesem Fall 50% des investierten Betrages. Wenn alles so läuft, wie geplant. 😉

 

Aktuelle Solaranlagen-Förderung

Das Erneuerbare Energie Gesetz (EEG) wird mit einer verlässlichen Regelmäßigkeit aktualisiert, wobei der Fokus der Förderung ganz klar in Richtung von kleineren Photovoltaik-Anlagen geht.

Die Grenzen der unterschiedlichen Fördersätze liegen bei 10 kWP, 40 kWP und 750 kWP. Die anzulegenden Werte für die Direktvermarktung liegen dann bei neu gebauten Anlagen bei entsprechend 8,6 / 7,5 / Cent pro Kilowatt produzierter Energie.

Zusätzlich gibt es noch einen Zuschuss für Volleinspeiser, der für Anlagen bis 300 KWP gilt und 3,8 bis 5,1 Cent pro Kilowattstunde beträgt.

 

 

Option: Solaranlage nicht selbst bewirtschaften

Lohnen sich Solaranlagen

In den vergangenen Jahren haben sich neben den Investitionsmöglichkeiten am Finanzmarkt und der Bewirtschaftung einer Solaranlage auf dem eigenen Dach auch andere Alternativen entwickelt. Beispielsweise mieten Investoren Dächer größerer Hallen an und errichten darauf selbst Photovoltaikanlagen. Für den Eigentümer der Immobilie ist das eine sichere und lukrative Angelegenheit, ohne dass er selbst aktiv werden muss.

Die Dächer von Produktions- und Gewerbehallen werden in den meisten Fällen nicht aktiv genutzt und können heutzutage eine interessante zusätzliche Einnahmequelle darstellen. Vor allem für Eigentümer, die den Investitions- und Betriebsaufwand scheuen, können über den Weg der Vermietung direkt profitieren. Dabei werden die gebäudetechnischen Anlagen in einem separaten Raum angeschlossen, so dass der eigentliche Gewerbebetrieb dadurch nicht gestört wird.

Das Outsourcing des Solaranlagen-Betriebs ist darüber hinaus auch eine gute Möglichkeit, allen Eventualitäten sinkender Einspeise-Vergütungen und möglicher künftiger Gesetzesänderungen aus dem Weg zu gehen. Dann lohnt sich eine Solaranlage unabhängig von den Schwankungen der Energiepreise. 😉

 

 

Fazit: Lohnen sich Solaranlagen überhaupt noch?

  • Viele Hausbesitzer überlegen aufgrund der steigenden Energiepreise auch in Solarenergie zu investieren und lassen sich dabei vielfach von der Komplexität der damit verbundenen Regelungen bremsen. Dabei wird schnell vernachlässigt, dass der wesentliche Punkt für die Ertragsfähigkeit einer Solaranlage der Standort ist.
  • Die Anzahl der Sonnentage, die mögliche Ausrichtung und der Neigungswinkel, sowie die verfügbare Fläche spielen eine wichtige Rolle. Daher empfiehlt es sich, einen Experten zu Rate zu ziehen, der im Vorfeld eine saubere Berechnung der zu erwartenden Erträge anstellt.
  • Diese Aufgaben übernehmen in der Regel Ingenieure und Energieberater, die Sie über die örtliche Handwerkskammer finden. Neben den rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten spielen natürlich auch die ökologischen Faktoren eine wichtige Rolle.
  • Gegenüber Strom und Gas kann die Solarenergie bei der CO2-Einsparung punkten. Auch die Unabhängigkeit von den Energieversorgern spielt für viele eine wichtige Rolle und nicht zuletzt gehört für viele Menschen der Umgang mit sauberen Energien zu einem modernen Leben dazu.
  • In meinem näheren Bekanntenkreis wurden sehr gute Erfahrungen mit der Vermietung einer größeren Dachfläche gemacht. Neben Produktions- und Lagerhallen, können sich hierfür übrigens auch kleinere landwirtschaftlich genutzte Hallen oder Hofanlagen eignen. Ob sich das Dach für eine Solaranlage lohnt, muss in jedem konkreten Fall durchgerechnet werden.
  • Die Einmalzahlung der Pacht über einen bestimmten Zeitraum zu Beginn des Vertrags kann alternativ angelegt werden und sich bald vielleicht auch einigermaßen gut verzinsen. Gleichzeitig stellt man sein Eigentum für die Energiewende zu Verfügung, ohne dabei selbst hohen Aufwand zu haben oder größere Risiken zu tragen.
 

 

Lohnt sich eine Solaranlage aus Deiner Sicht?

Deine Meinung ist uns wichtig, deshalb haben wir hier eine kleine Abstimmung eingebaut.

Außerdem würden wir uns natürlich über Deinen Kommentar freuen, vor allem wenn Du selbst schon Erfahrungen mit Photovoltaik oder alternativen Stromerzeugungstechnologien gemacht hast!


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