Lohnt sich ein Firmenwagen?

Lohnt sich ein Firmenwagen

Stellst du dir auch die Frage „Lohnt sich ein Firmenwagen“? Dann bist du hier genau richtig.

Firmenwagen sind beliebt wie noch nie – sowohl bei Angestellten als auch bei Unternehmern. Oft hört man, dass es steuerlich günstig ist einen Firmenwagen zu kaufen.

Wo genau die Vergünstigungen und Vorteile zu finden sind, erfährst du in diesem Artikel.


Anzeige

 

Erwerb und Finanzierung eines Firmenwagens

Wie bei jeder teuren Anschaffung, stellt sich zuerst die Frage: „Wie kommt das Geld auf den Tisch?“. 😉

Generell gibt es drei Möglichkeiten den Firmenwagen zu beziehen: Barkauf, Finanzierung und Leasing.

Firmenwagen in bar kaufen – eigentlich ganz einfach, oder?

Lohnt sich ein Geschäftswagen

Erwirbt ein Unternehmen einen Neuwagen, so ist Barkauf der einfachste Fall.

Dabei können folgende Steueransprüche geltend gemacht werden:

Zunächst kann die gezahlte Vorsteuer (also hier in Deutschland 19 %) gegenüber dem Finanzamt geltend gemacht und mit der vereinnahmten Umsatzsteuer verrechnet werden.

Liegen genug Umsätze vor, erhält das Unternehmen also 19 % vom Brutto-Kaufpreis zurück.

Voraussetzung ist natürlich, dass das Unternehmen umsatzsteuerpflichtig ist. Bei sogenannten umsatzsteuer-befreiten Kleinunternehmern ist dies zum Beispiel nicht der Fall.

Neben der Umsatzsteuer kann das Unternehmen das Auto abschreiben:

  • In der Regel rechnet man hier mit 5 Jahren Nutzungsdauer.
  • Dementsprechend können jedes Jahr 20% der Anschaffungskosten eines Firmenwagens über 5 Jahre steuerlich geltend gemacht werden.
  • Das gilt aber nicht für alle Fahrzeuge, daher ist es ratsam sich mit einem Steuerexperten zusammenzusetzen und die aktuelle AfA-Tabelle des Finanzamts zu Rate zu ziehen.

Die Nebenkosten des Firmenwagens kann das Unternehmen ebenfalls gewinnmindernd anführen, also jeder für die Firma gefahrene Kilometer, aber auch Reparaturen und Versicherungskosten.

 

Gibt es durch die Finanzierung nicht noch mehr Steuervorteile?

Lohnt sich ein Firmenwagen

Ja. Wenn das Unternehmen das Auto finanziert, kann es die Schuldzinsen ebenfalls gewinnmindernd anrechnen (vergleichbar zu den Nebenkosten des Firmenwagens).

Ebenfalls können alle Gebühren angesetzt werden, die mit der Finanzierung zusammenhängen.

Nur die Tilgung der Finanzierung bleibt außen vor. Buchhalterisch gesehen stellt die Tilgung einer Finanzierung keinen Aufwand dar.

Die Wertminderung des Firmenwagens ist bereits in der zuvor erklärten jährlichen Abschreibung berücksichtigt.

Und wie sieht es mit dem Leasing eines Geschäftswagens aus?

Beim Leasing kann das Unternehmen die komplette Leasingrate ansetzen.

Allerdings darf es in diesem Fall keine Abschreibung ansetzen, da das Unternehmen (wirtschaftlich gesehen) nicht Eigentümer des Wagens ist.

Aber sehr wohl die Nebenkosten des Firmenwagens – das sind, wie gesagt, gefahrene Kilometer, Reparaturen und Versicherungskosten.

Wichtig: Bei allen Finanzierungsformen kommt es steuerlich stark darauf an, wie der Firmenwagen genutzt wird und wie hoch der private Nutzungsanteil ausfällt.

 

 

Lohnt sich ein Firmenwagen? – Versteuerung für die private Nutzung

Lohnt sich ein Firmenwagen

Grundsätzlich gilt, dass private Fahrten mit dem Firmenwagen als geldwerter Vorteil zu versteuern sind.

Dabei gibt es zwei Alternativen:

  • Zum einen die pauschale Versteuerung mit 1% auf den Bruttolistenpreis des Fahrzeugs;
  • Alternativ das genaue Aufzeichnen der einzelnen Fahrten und spätere anteilige Verrechnung mit dem Betrieb.

Die pauschale Regelung ist ziemlich einfach. Zusätzlich zu den 1 % als geldwerten Vorteil werden 0,03 % pro gefahrenen Kilometer vom Wohnort zur Arbeitsstätte als geldwerter Vorteil angesetzt.

Damit ergibt sich bei einem Bruttolistenpreis von 20 Tsd. Euro und 10 km Entfernung von der Wohnung zur Arbeit ein geldwerter Vorteil von 260 Euro im Monat.

Bei der Einzelabrechnung muss ein Fahrtenbuch geführt werden. Am Ende des Kalenderjahres wird ausgewertet. Stellt man beispielsweise fest, dass 50 % der Fahrten privat waren, wird die Hälfte der Kosten für das Fahrzeug als geldwerter Vorteil auf den Lohn des Angestellten angerechnet.


Anzeige

Und täglich grüßt das Fahrtenbuch

Lohnt sich ein Firmenwagen

Bei der steuerlichen Betrachtung des Firmenwagens ist es wie gesagt wichtig, welcher Anteil der gefahrenen Kilometern für private Zwecke zurückgelegt wurde.

Um die private Nutzung beziffern zu können, sollte stets ein Fahrtenbuch zeitnah ausgefüllt und permanent gepflegt werden. Lästige Vorschrift!

Wer schon mal in die Gelegenheit gekommen ist, für mehrere Wochen oder Monate ein Fahrtenbuch nachschreiben zu müssen, steht das Dienstwagen-Thema womöglich mit ganz anderen Augen.

Das Nachschreiben des Fahrtenbuchs ist grundsätzlich nicht gestattet. In der Regel ist ein Fahrtenbuch in gebundener Form zu führen, in dem direkt alle Fahrten handschriftlich notiert werden. Excel Listen oder lose Blattsammlungen akzeptieren die Finanzämter in der Regel nicht.

Es gibt mittlerweile einige Anbieter auf dem Markt gibt, die elektronische Fahrtenbücher anbieten. Das kann den Aufwand schon deutlich erleichtern. Letztendlich muss aber jeder sich darum kümmern, ob sein zuständiges Finanzamt genau diese Software akzeptiert und in welcher Form die Informationen eingereicht werden können. Wie ihr seht, bleibt es ein überaus lästiges Thema. 😉



Böse Fallen

Es ist sehr sinnvoll, im Vorfeld zu überschlagen, wie viele private Kilometer man fährt:

  • Wird das Auto nämlich relativ häufig privat genutzt, kann es sehr sinnvoll sein, die pauschale Regelung in Anspruch zu nehmen.
  • Wird der Wagen hingegen nur selten privat genutzt, macht ein Fahrtenbuch mit einer detaillierten anteiligen Abrechnung durchaus Sinn.
 

 

Lohnt sich ein Firmenwagen aus Marketing-Sicht?

Lohnt sich ein Firmenwagen

Wenn du selbst Unternehmer bist und dir Gedanken über den Erwerb eines Firmenwagens für einen Angestellten machst, solltest du dir die folgenden Abschnitte besonders aufmerksam durchlesen.

Neben den steuerlichen Vorteilen, gibt es weitere sehr interessante Aspekte, die ein Unternehmer beachten sollte. Gerade lokale Unternehmen profitieren von lokaler Werbung. Wenn Außendienstler oft mit dem werbetechnisch beschrifteten Wagen regional unterwegs sind, machen sie das Unternehmen permanent bekannter.

Zum anderen kann ein Firmenwagen ein internes Kommunikationstool sein. Wenn du beispielsweise einen Mindestumsatz ansetzt, ab dem ein Mitarbeiter einen Firmenwagen erhält, so kann das die Motivation deutlich steigern. Aber das ist schon lange bekannt und ist einer der innerbetrieblichen Status-Argumente schlechthin.

Etwas moderner hingegen wäre die Überlegung, gezielt ökologisch zu agieren und das auch zu kommunizieren. Als ein nachhaltiges Unternehmen kann man gezielt in Elektroautos investieren und deren ökologische Vorteile intensiv kommunizieren. Oder man verbindet Geschäftswagen mit Carsharing-Komponenten und stellt sich so innovativ dar.

Dann ist man irgendwann plötzlich nicht nur das Unternehmen XY in Musterstadt, sondern das umweltbewusste Unternehmen von nebenan, das sich naturschonend verhält und dies auch so nach außen darstellt.

Wie man es dreht und wendet – ein Firmenwagen kann die Chance einer individuellen Positionierung bieten und einen ganz besonderen Spirit in die Firma bringen!


Buchempfehlung: Nachhaltigkeits - Marketing - Management
4 Bewertungen
Buchempfehlung: Nachhaltigkeits - Marketing - Management
  • Christin Emrich
  • De Gruyter Oldenbourg
  • Auflage Nr. 1., (25.09.2015)

 

Fazit: Wann lohnt sich ein Firmenwagen?

  • Ob sich ein Firmenwagen lohnt, kommt meiner Meinung nach darauf an, was man aus diesem Thema macht.
  • Ob du Angestellter oder Unternehmer bist, spielt dabei eigentlich keine Rolle.
  • Entscheidend sind deine Haltung und deine Kreativität. Steuerlich ist das Ganze kein Hexenwerk und vor allem sollte man keine Angst vor steuerlicher Komplexität haben.
  • Zusammengefasst: Als Nutzer eines Firmenwagens solltest du im Vorfeld überschlagen, wie viele private Kilometer du fährst und auf dieser Basis eine Entscheidung treffen (ja/nein und ggf. welches Modell).
  • Als Unternehmer solltest du nicht nur einen Firmenwagen kaufen, sondern ein wenig Gehirnschmalz in das Thema investieren und die Gelegenheit nutzen, etwas mehr daraus zu machen.

Anzeige

 

Lohnt sich ein Firmenwagen aus deiner Sicht?

Deine Meinung ist mir wichtig, deshalb habe ich hier eine kleine Abstimmung eingebaut.

Außerdem würde ich mich natürlich über einen Kommentar freuen, vor allem wenn du selbst schon Erfahrungen mit einem Geschäftswagen gemacht hast!


Lohnt sich ein Firmenwagen?

Ergebnis anschauen


Buchempfehlung: Firmenwagen und Steuern
1 Bewertungen
Buchempfehlung: Firmenwagen und Steuern
  • Akademische Arbeitsgemeinschaft Verlag
  • Kindle Edition
  • Deutsch

Kommentar posten

Ihre Email-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert. *

Kommentar *